Allgemeines zum Landesverfahren QS MRE

Das Landesverfahren QS MRE wurde erstmalig zum 2.Halbjahr 2010 gemäß Beschluss des Lenkungsgremiums zur Qualitätssicherung in der stationären Krankenhausbehandlung in Baden-Württemberg als ein flächendeckendes Verfahren zur Qualitätssicherung im Umgang mit hochresistenten Erregern, speziell Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (QS MRSA) eingeführt.

Im weiteren Verlauf ging die MRSA-Last bundes- und landesweit zurück, während in vielen europäischen und außereuropäischen Ländern, wie auch in Deutschland zunehmend Besiedlungen und Infektionen durch multiresistente gramnegative Erreger beobachtet und beschrieben wurden. Aufgrund dieser Entwicklung hat das Lenkungsgremium zur Qualitätssicherung in der stationären Krankenhausversorgung in Baden-Württemberg beschlossen, das bereits erfolgreich etablierte Verfahren zur Qualitätssicherung MRSA ab dem 2.Halbjahr 2015 um multiresistente Keime des gramnegativen Spektrums, die gegen vier Antibiotikagruppen resistent sind (4MRGN), zu erweitern und das Verfahren in QS MultiResistenteErreger (QS MRE) umzubenennen.

Die Verpflichtung für Krankenhäuser in Baden-Württemberg zur Teilnahme am Qualitätssicherungsverfahren MRE gründet auf den Beschlüssen des Lenkungsgremiums Baden-Württemberg. Dieses ist gemäß § 2 Abs. 2 des Landesvertrags nach § 112 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 SGB V berechtigt, weitere Maßnahmen zur Qualitätssicherung zu beschließen. Verträge nach § 112 SGB V sind für die Krankenkassen und die zugelassenen Krankenhäuser im Land unmittelbar verbindlich. Die Teilnahme der Krankenhäuser wird halbjährlich mittels einer Teilnehmerliste ausgewiesen.

Für die teilnehmenden Krankenhäuser soll ein zusätzlicher externer Anreiz geschaffen werden, sich im internen Qualitätsmanagement mit strukturiertem Screening sowie der Umsetzung der Vorgaben des §23 Infektionsschutzgesetz (IfSG) konkret zu beschäftigen und dies über das Qualitätssicherungsverfahren belegen zu können. Damit sollen die Bemühungen zur Reduktion nosokomialer Infektionen und Besiedlungen, speziell mit MRSA und 4MRGN, unterstützt werden.

Da es sich um ein sektorübergreifendes Problem handelt, kann von Krankenhausseite nur ein kleiner Beitrag geliefert werden. Die Problematik der multiresistenten Erreger erfordert insgesamt umfassend abgestimmte Maßnahmen.

Ziel ist es, im geschützten Bereich Hinweise auf zu verbessernde Qualität zu generieren und die Ergebnisse unter Wahrung der Anonymität von einer Arbeitsgruppe fachlich bewerten zu lassen. Mit einzelnen Einrichtungen sind rechnerische Abweichungen individuell (z. B. im "Strukturierten Dialog") zu klären.

Das Landesverfahren MRE ist ein sich entwickelndes lernendes Verfahren, dessen Schwerpunkt darauf liegt alle Einrichtungen in Baden-Württemberg frühzeitig für die wachsende Problematik der multiresistenten Erreger zu sensibilisieren und bei der Einführung geeigneter Risikoassessmentverfahren zu motivieren. In Baden-Württemberg kann somit ein wichtiger Beitrag zur Reduktion der Verbreitung multiresistenter Erreger geleistet werden.