Allgemeines zur plan. QI-RL

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 15.12.2016 die Richtlinie zu planungsrelevanten Qualitätsindikatoren (plan. QI-RL) beschlossen. Ziel der Richtlinie ist es, bundesweit einheitliche qualitätsorientierte Entscheidungen der für die Krankenhausplanung zuständigen Landesbehörden zu ermöglichen. In der plan. QI-RL werden die planungsrelevanten Qualitätsindikatoren (plan. QI) definiert und das Verfahren beschrieben.

Aktuell sind elf Qualitätsindikatoren aus den QS-Verfahren Gynäkologische Operationen (15/1), Geburtshilfe (16/1) und Mammachirurgie (18/1) als planungsrelevant vom G-BA definiert:

Die Auswertung der Ergebnisse für die plan. QI erfolgt durch das IQTIG. Die Quartalsauswertungen werden an folgenden Terminen den Landesgeschäftsstellen zur Verfügung gestellt:

  • für das 1. Quartal am 01.07.,
  • für das 2. Quartal am 01.10.,
  • für das 3. Quartal am 15. 01. und
  • für das 4. Quartal zusammen mit den Jahresauswertungen am 15.04..

Im plan. QI-Verfahren wird zwischen rechnerischer und statistischer Auffälligkeit unterschieden. Eine rechnerische Auffälligkeit ist definiert als Abweichung eines Ergebnisses in einem Qualitätsindikator vom festgelegten Referenzbereich. Bei der Feststellung einer rechnerischen Auffälligkeit werden Vertrauensbereiche und Fallzahlen nicht berücksichtigt. Eine statistische Auffälligkeit wird bisher nur für die plan. QI berechnet. Gemäß IQTIG werden zur Beurteilung, ob eine statistische Auffälligkeit besteht, ein zweiseitiger 90 %-Vertrauensbereich und der p-Wert des einseitigen Tests ausgewiesen. Somit berücksichtigt die Berechnung die fallzahlabhängige Variabilität der Qualitätsergebnisse.

Ob ein Ergebnis in einem plan. QI rechnerisch oder statistisch auffällig ist, weist das IQTIG erst in der Jahresauswertung aus. Bei einer rechnerischen Auffälligkeit in einem plan. QI, die nicht statistisch signifikant ist, erfolgt ein regulärer Strukturierter Dialog nach QSKH-RL (siehe http://www.qigbw.de/prozesse/qskh). Bei einer statistischen Auffälligkeit in einem plan. QI besteht für das betroffene Krankenhaus die Möglichkeit, innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt der Jahresauswertung dem IQTIG zuzusichern, dass der statistischen Auffälligkeit keine Dokumentationsfehler zugrunde liegen. Somit entfällt die Notwendigkeit einer Datenvalidierung für die Fälle, die statistisch auffällig sind. Sichert ein Krankenhaus bei einer statistischen Auffälligkeit nicht gegenüber dem IQTIG die Richtigkeit der Dokumentation zu, so muss bis zum 31.05. eine Datenvalidierung der statistisch auffälligen Fälle durch die Landesgeschäftsstelle oder den MDK durchgeführt werden.

Im Rahmen des plan. QI-Verfahrens muss bei folgenden Krankenhäusern ein Aktenabgleich durchgeführt werden:

  • die mindestens eine statistische Auffälligkeit aufweisen,
  • die im Vorjahr mindestens eine statistische Auffälligkeit aufgewiesen haben,
  • aus einer Stichprobe,
  • aus einer Stichprobe von Krankenhäusern, die Daten nachgeliefert haben.

Näheres zur Datenvalidierung im plan. QI-Verfahren erfahren Sie unter http://www.qigbw.de/prozesse/umsetzung-datenvalidierung/plan-qi.

Nach Abschluss der Datenvalidierung am 31.05. erfolgt im Juni am IQTIG eine Neuberechnung. Anfang Juli werden dann für die Krankenhäuser, für die aufgrund der Ergebnisse der Datenvalidierung eine Neuberechnung notwendig war, neuberechnete Jahresauswertungen den Landesgeschäftsstellen zur Verfügung gestellt.

Hat ein Krankenhaus die Richtigkeit der Dokumentation zugesichert oder besteht nach Datenvalidierung eine statistische Auffälligkeit, so erfolgt ein Stellungnahmeverfahren mit dem IQTIG. Das IQTIG bewertet die Stellungnahmen der Krankenhäuser nach Beratung durch die Fachkommissionen gemäß § 12 plan. QI-RL. Das Ergebnis der Bewertungen wird am 01.09. vom G-BA den für die Krankenhausplanung zuständigen Landesbehörden, den Landesverbänden der Krankenkassen, den Ersatzkassen und den Landesgeschäftsstellen übermittelt. Am 31.10. veröffentlicht der G-BA auf seinen Internetseiten das Ergebnis der Bewertungen.

Gemäß § 11 Absatz 2 plan. QI-RL führen die zuständigen auf Landesebene beauftragten Stellen erforderlichenfalls ergänzend mit betroffenen Krankenhäusern qualitätsfördernde Maßnahmen nach § 12 Absätze 2 und 3 QSKH-RL durch und teilen Inhalt und Ziel der Maßnahmen dem IQTIG mit.