Allgemeines zum Verfahren QS WI

Das sektorenübergreifende Verfahren 2 (Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektion, QS WI) ist zum 01.01.2017 in den Regelbetrieb übergegangen.

Zum 01.01.2019 wurden die bereits existierenden Verfahren der Qesü-RL in die seitdem geltende DeQS-RL überführt. Änderungen für die Anwender ergeben sich dadurch nicht.

Es werden fallbezogen ausgewählte chirurgische sog. Tracereingriffe, die an Krankenhäusern (ambulant und stationär) oder durch Vertragsärzte bei gesetzlich krankenversicherten Patienten ausgeführt werden, qualitätsgesichert erfasst. Darüber hinaus werden bei allen teilnehmenden Krankenhäusern und Arztpraxen einrichtungsbezogene Daten für Indikatoren zum Hygiene- und Infektionsmanagement erhoben.

Ziel des QS-Verfahrens ist es, die Qualität der Maßnahmen ambulanter und stationärer Leistungserbringer zur Vermeidung nosokomialer postoperativer Wundinfektionen zu messen, vergleichend darzustellen und zu bewerten.

Das Verfahren QS WI unterscheidet sich durch seinen Aufbau und die verschiedenen genutzten Datenquellen (Sozialdaten, fallbezogene Dokumentation, Einrichtungsbefragung) von den bisher etablierten QS-Verfahren.

Bundesweit werden im Rahmen des Verfahrens stationär oder ambulant erbrachte sogenannte Tracer-Eingriffe nachbeobachtet, um herauszufinden, ob sich möglicherweise postoperativ Wundinfektionen entwickelt haben.

Für das Verfahren QS WI werden Daten aus drei verschiedenen Erfassungsinstrumenten genutzt:

  • einrichtungsbezogene QS-Dokumentation zum Hygiene- und Infektionsmanagement (NWIEA; NWIES),
  • fallbezogenen QS-Dokumentation beim stationären Leistungserbringer (NWIF) und
  • Sozialdaten bei den Krankenkassen (NWITR, NWIWI).

Alle stationären Leistungserbringer, die eine (potentiell postoperative) (Wund-)Infektion behandeln, sind zur Datenabgabe der fallbezogenen Dokumentation verpflichtet. Die Auslösung der fallbezogenen Dokumentation (NWIF) erfolgt über den QS-Filter. Der QS-Filter gewährleistet, dass möglichst viele potentielle postoperative Wundinfektionen erfasst werden. Ob im Einzelfall tatsächlich eine Wundinfektion in einem ehemaligen OP-Gebiet vorliegt, wird im Rahmen des Datensatzes durch den behandelnden Leistungserbringer bestätigt oder verneint.

In jeden übermittelten Datensatz der fallbezogenen Dokumentation (NWIF) sind Personenidentifizierende Daten (PID) der behandelten Personen eingebettet. Damit ist auch eine entsprechende Information des Patienten mit einem spezifischen Patienteninformationsblatt des G-BA notwendig.

Die weiteren notwendigen Angaben zu den Tracer-Eingriffen und zu den potentiellen postoperativen Wundinfektionen, werden mittels der Sozialdaten durch die Krankenkassen an die Bundesauswertungsstelle übermittelt. Die Leistungserbringer müssen hier keine gesonderte Dokumentation leisten.

Eine Zusammenführung der Angaben aus der fallbezogenen Dokumentation und den Sozialdaten der Krankenkassen für die Auswertung erfolgt durch das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) als Bundesauswertungsstelle anhand der IK-Nummer / Arztnummer und anhand der patientenidentifizierenden Daten (PID). Durch diese PID-Zusammenführung kann jedem Leistungserbringer (stationär und ambulant), der Tracer-Eingriffe durchführt, durch die Bundesauswertungsstelle (IQTIG) die Wundinfektionen zugeordnet werden, die möglicherweise durch ihn verursacht wurde, unabhängig davon, in welchem Krankenhaus in Deutschland diese im weiteren Verlauf diagnostiziert und behandelt wurde. Darauf basierend stellt das IQTIG für jeden ambulanten und stationären Leistungserbringer Indikatoren zu postoperativen Wundinfektionen bereit. Der Datenschutz der Patienten bleibt durch die Pseudonymisierung der PID-Daten in der Vertrauensstelle gewahrt.

Darüber hinaus werden für jeden stationären und ambulanten Leistungserbringer vom IQTIG Indikatoren berechnet, die das Hygiene- und Infektionsmanagement der Einrichtungen abbilden. Die Grundlage hierfür bildet die einmal jährlich verpflichtend zu übermittelnde einrichtungsbezogene QS-Dokumentation zum Hygiene- und Infektionsmanagement. Sowohl stationäre als auch ambulante Leistungserbringer, die in mindestens einem der ersten beiden Quartale eines Jahres sogenannte Tracer-Eingriffe erbringen, sind verpflichtet, allgemeine Angaben zum Hygienemanagement in Form einer Einrichtungsbefragung zu erheben und zu übermitteln.

Aufgrund des innovativen Charakters des Verfahrens QS WI hat der G-BA die ersten fünf Jahre der Verfahrensdurchführung als Erprobungszeitraum festgelegt.

Für alle (stationären und ambulanten) Leistungserbringer, die sogenannte Tracer-Eingriffe erbringen, werden einrichtungsbezogene Jahresauswertungen und unterjährige Quartalsauswertungen durch das auf Bundesebene zuständige Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) erstellt und der jeweils zuständigen Datenannahmestelle zur Verfügung gestellt. Die Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer erhalten die Rückmeldeberichte durch die jeweilige Datenannahmestelle.

Die Rückmeldeberichte beinhalten Informationen zur Vollzähligkeit der übermittelten Daten, eine Basisauswertung zur statistischen Darstellung des Patientenkollektivs, die Auswertung der Indices zum Hygiene- und Infektionsmanagement sowie die Auswertung der einzelnen Indikatoren zu postoperativen Wundinfektionen inklusive der Vorjahresergebnisse und vieles mehr.

Die von der Bundesebene übermittelten Auswertungen und Ergebnisse aller Leistungserbringer werden von der Fachkommission WI im Auftrag der Landesarbeitsgemeinschaft bewertet.

Die jährlichen Landesauswertungen mit den Ergebnissen für Baden-Württemberg finden Sie unter Ergebnisse.

Weiterführende Informationen zum Verfahren können Sie der Homepage des IQTIG entnehmen ( https://iqtig.org/qs-verfahren/qswi/).