Datenvalidierung 2021 im Stichprobenverfahren zum Verfahrensjahr 2020

  • 09/4-6 Implantierbare Defibrillatoren (Prüfung durch QiG BW)

Datenvalidierung nach QSKH-RL

Gemäß der Richtlinie des G-BA über die "Maßnahmen der Qualitätssicherung in Krankenhäusern" (QSKH-RL) erfolgt eine jährliche standortbezogene Validierung der dokumentierten Qualitätssicherungsdaten. Das Datenvalidierungsverfahren (vgl. § 9 der QSKH-RL) umfasst dabei:

  • Eine Statistische Basisprüfung (Vollzähligkeits-, Vollständigkeits- und Plausibilitätsprüfung).
  • Einen gezielten Datenabgleich, in dem die Übereinstimmung der Qualitätssicherungsdokumentation mit der Patientenakte wegen konkreter Anhaltspunkte auf Dokumentationsmängel überprüft wird.
  • Ein Stichprobenverfahren mit Datenabgleich, in dem die Übereinstimmung der Qualitätssicherungsdokumentation mit der Patientenakte überprüft wird.

 

Statistische Basisprüfung:

Für alle definierten Leistungsbereiche werden Auffälligkeitskriterien festgelegt. Anhand dieser Auffälligkeitskriterien (z.B. keine Komplikationen bei entsprechend hoher Fallzahl, Dokumentationsrate, MDS-Rate) werden die Daten auf ihre Plausibilität, Vollständigkeit und Vollzähligkeit geprüft. Werden Abweichungen festgestellt, kann ein Strukturierter Dialog eingeleitet werden. Der statistischen Basisprüfung werden grundsätzlich alle fristgerecht gelieferten Datensätze aller teilnehmenden Krankenhäuser unterzogen.

 

Gezielter Datenabgleich:

Es findet ein gezielter Datenabgleich in Krankenhäusern statt, die in ihrer Dokumentationsqualität auffällig sind. Der Unterausschuss Qualitätssicherung des G-BA hat in seiner Sitzung vom 6. März 2019 erstmals die Kriterien und die Prüfmethodik zu Dokumentationsfehlern von besonderer und erheblicher Häufigkeit festgelegt (https://www.g-ba.de/beschluesse/3703/).

So sind Standorte, die bereits im Stichprobenverfahren mit Datenabgleich zu indirekten QS-Verfahren geprüft wurden, bei Erfüllung bestimmter festgelegter Kriterien erneut in einem gezielten Datenabgleich zu überprüfen oder müssen bei erheblichen Dokumentationsfehlern dem Lenkungsgremium/Fachbeirat QSKH auf Landesebene benannt werden.

Darüber hinaus können andere gravierende Dokumentationsfehler, Nicht-Dokumentation von Sentinel-Events, wiederholte Auffälligkeiten in Auffälligkeitskriterien etc. zum gezielten Datenabgleich führen.

 

Stichprobenverfahren:

Im Stichprobenverfahren erfolgt ein Datenabgleich in der Regel in drei Leistungsbereichen für ausgewählte Datenfelder. Welche Leistungsbereiche und Datenfelder überprüft werden, bestimmt der Unterausschuss Qualitätssicherung. In der Stichprobe werden in den

  • direkten Verfahren pro Leistungsbereich mindestens 5% aller Krankenhäuser und in den
  • indirekten Verfahren jeweils 5% aller Krankenhäuser pro Bundesland und pro Leistungsbereich

zur Überprüfung ausgewählt.

Das IQTIG bestimmt per Zufall für jeden einzelnen ausgewählten Leistungsbereich die Standorte, bei denen das Stichprobenverfahren mit Datenabgleich durchgeführt wird. Aus den von den betroffenen Standorten übermittelten Daten werden ebenfalls 20 Prüffälle zufällig gezogen. Diese Daten werden in den Einrichtungen vor Ort im Rahmen einer Zweiterfassung abgeglichen. Die Analyse der Datenvalidierung liefert eine Aussage über die Qualität und Validität der Dokumentation in den betroffenen Abteilungen und hochgerechnet der Qualitätssicherung bundesweit.

Die Patientenakten der festgelegten Prüffälle werden zur Zweiterhebung eingesehen und die Ergebnisse mit den zuvor vom Krankenhaus übermittelten Daten abgeglichen.

Die Vorgangsnummern werden dem Krankenhaus spätestens 14 Tage vor dem Vorort-Termin mitgeteilt. Die entsprechende Patientendokumentation ist von den Krankenhäusern für die Zweiterfassung vollständig bereitzustellen. Der Datenabgleich beschränkt sich ausschließlich auf Aspekte der externen vergleichenden Qualitätssicherung. Das Ergebnis wird den Einrichtungen mitgeteilt und die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben.

In der Regel wird in Baden-Württemberg der Vor-Ort-Datenabgleich (Zweiterfassung) für die indirekten Verfahren durch Mitarbeiter der QiG BW durchgeführt. Falls eine direkte Einsicht in Patientenakten aus Gründen des für das jeweilige Krankenhaus geltenden Datenschutzrechts durch Mitarbeiter der QiG BW nicht zulässig ist, muss der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Zweiterfassung vor Ort beauftragt werden.