Verfahrenserweiterung des Landesverfahrens MRE zum Erfassungsjahr 2020/2: NEU: Erfassung von VRE-positiven Blutkultur-Nachweisen

Von den Mitgliedern des Fachbeirates QSKH wurde die Erweiterung des Landesverfahrens QS MRE um die Erfassung von Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) ab dem 2. Halbjahr 2020 beschlossen. Der erweiterte Datensatz im Landesverfahren QS MRE muss erstmals für das Verfahrenshalbjahr 2020/2 mit Abgabefrist 28.02.2021 übermittelt werden.

Auf Empfehlung der Arbeitsgruppe MRE wurde von den Mitgliedern des Fachbeirates QSKH (ehemals Lenkungsgremium Baden-Württemberg) die Erweiterung des Landesverfahrens QS MRE um die Erfassung von Vancomycin-resistenten Enterokokken (VRE) ab dem 2. Halbjahr 2020 beschlossen. Die Empfehlung zur Verfahrenserweiterung wurde von der Arbeitsgruppe vor dem Hintergrund der Veröffentlichung der KRINKO-Empfehlung „Hygienemaßnahmen zur Prävention der Infektion durch Enterokokken mit speziellen Antibiotikaresistenzen“ ausgesprochen.

Der erweiterte Datensatz im Landesverfahren QS MRE muss erstmals für das Verfahrenshalbjahr 2020/2 mit Abgabefrist 28.02.2021 übermittelt werden.

Anders als bei den MRSA und MRGN fokussiert sich die Prävention bei VRE auf Vermeidung von Infektionen und nicht auf die Kolonisation. Der Focus im erweiterten Landesverfahren soll im Gegensatz zu den bisher erfassten Erregern MRSA und 4MRGN für VRE nicht auf dem Screening und Erkennen von Trägern liegen, sondern auf der Reduktion von Infektionen mit VRE. In der Erfassung werden ausschließlich positive Blutkulturen auf VRE berücksichtigt, da nur bei einer positiven Blutkultur unumstritten von einer Infektion mit VRE ausgegangen werden kann. Glücklicherweise sind VRE-Infektionen mit positiver Blutkultur bisher noch relativ selten. Es ist jedoch bereits eine Zunahme zu beobachten.

Andere VRE-Nachweise (aus z.B. Urin, Abstrichen etc.) müssen im Landesverfahren nicht erfasst werden, da für diese die Differenzierung zwischen Kolonisation und Infektion nicht immer einfach ist.

Primäres Ziel der Verfahrenserweiterung auf VRE ist die Reduktion der VRE-Infektionen sowohl auf Landes- wie auch auf Einrichtungsebene. Im Rahmen der Datenerfassung und -auswertung wird es möglich sein, die Entwicklung der VRE-Infektionsraten im longitudinalen Zeitverlauf für jede Einrichtung einzeln wie auch im Landesvergleich zu beobachten. Bei fehlender Verbesserung oder Verschlechterung der VRE-Infektionsraten über mehrere Halbjahre hinweg kann von der Arbeitsgruppe ein schriftliches Stellungnahmeverfahren eingeleitet werden.

Darüber hinaus können durch die Verfahrenserweiterung erstmals Vergleichsdaten für Einrichtungen mit ähnlichen Strukturmerkmalen im Rahmen eines Benchmarks zur Verfügung gestellt und ggf. auch für den Einrichtungsvergleich im Stellungnahmeverfahren genutzt werden.

Alle Einrichtungen mit invasiven Leistungen sind verpflichtet, im Rahmen der Datenerfassung die Anzahl der Patienten mit VRE-positiven Blutkulturen und die Zahl der Patienten mit nosokomialen VRE-positiven Blutkulturen pro Berichtszeitraum zu erfassen. Da das Risiko für VRE-Infektionen für unterschiedliche Patientengruppen sehr unterschiedlich ist, soll mit erfasst werden, in welchen Fachbereichen die Patienten mit nosokomialen VRE-positiven Blutkulturen behandelt wurden. Eine Infektion bzw. ein Blutkultur-Nachweis von VRE ist als nosokomial zu bewerten, wenn diese erstmals später als 48 Stunden nach Aufnahme erfolgt ist. Die Erfassungspflicht für VRE entfällt, wenn in einer Einrichtung keine operativen oder invasiven Leistungen im Sinne der Ausfüllhinweise erbracht werden.

Der Dokumentationsaufwand für die Krankenhäuser ist relativ gering, da es sich zum einen bei VRE-Infektionen um eher seltene Ereignisse handelt und zum anderen die Zahl VRE-positiver Blutkulturen aus Laborberichten (Leistungen nach §23 IfSG und Erreger- und Resistenzstatistiken) entnommen werden kann.

Den erweiterten Datensatz (inkl. Ausfüllhinweise) finden Sie hier.

Die Arbeitsgruppe ist davon überzeugt, durch die Erweiterung des Landesverfahrens zur Objektivität in der Diskussion zum Umgang mit VRE und den damit verbundenen Problemen beitragen zu können.