QS UNHS BW: Verbesserung der Dokumentationsqualität zum Neugeborenen-Hörscreening notwendig

Aktuell werden 13,6% der Neugeborenen in Baden-Württemberg mit einem kontrollbedürftigen Hörscreening-Befund entlassen. Aufgrund der Rückmeldungen der Eltern im Rahmen des Trackings wird geschätzt, dass ca. 30% der kontrollbedürftigen Befunde auf Dokumentationsfehler im QS-Bogen beruhen.

Im Landesverfahren „Universelles Neugeborenen-Hörscreening“ (QS UNHS BW) wird bei Übermittlung eines QS-Bogens mit auffälligen oder fehlenden Hörscreening-Ergebnissen ein Tracking (Nachverfolgung von kontrollbedürftigen Befunden durch Kontaktaufnahme mit den Eltern) automatisch ausgelöst und durchgeführt. Aktuell ist dies in Baden-Württemberg bei 13,6% der Neugeborenen notwendig. Aufgrund der Rückmeldungen der Eltern/Sorgeberechtigten im Rahmen des Trackings zum Neugeborenen-Hörscreening wird vermutet, dass ca. 30% der kontrollbedürftigen Befunde auf Dokumentationsfehler im QS-Bogen beruhen. In einigen Fällen wurde im QS-Bogen nur das Ergebnis für ein Ohr übermittelt, obwohl laut Sorgeberechtigten das Ergebnis für beide Ohren unauffällig war. Auch wurde in vielen Fällen nur das auffällige Ergebnis der Erstuntersuchung übermittelt, obwohl die noch im Rahmen des stationären Aufenthalts durchgeführte Kontrolle unauffällig war.

Eine korrekte Dokumentation hilft zu vermeiden, dass frischgebackene Eltern unnötig im Rahmen des Trackings „belästigt“ werden. Auch „verschwenden“ falsch dokumentierte Befunde knappe Ressourcen in der Trackingzentrale in Heidelberg und verfälschen die individuelle und die baden-württembergische Auswertung zum Neugeborenen-Hörscreening.

Grundsätzlich wird darum gebeten, nur das Datum und das Ergebnis der letzten relevanten Messung im QS-Bogen zu dokumentieren. Ferner sollte für verstorbene und palliativ versorgte Kinder unbedingt vermieden werden, dass die trauernden Eltern unnötig im Rahmen des Trackings kontaktiert werden (Dokumentationsempfehlungen siehe Ausfüllhinweise und FAQ).

Die Geschäftsstelle wird in den kommenden Wochen die individuellen Raten an Entlassungen mit kontrollbedürftigen Befunden für alle datenliefernden Einrichtungen berechnen. Mit einzelnen Krankenhäusern, bei denen Neugeborene überdurchschnittlich oft mit einem kontrollbedürftigen Befund entlassen werden, kann dann Kontakt aufgenommen werden, um Unterstützungsbedarf bzgl. des Dokumentationsprozesses abzuklären. Ferner bietet die Trackingzentrale am Dietmar-Hopp-Stoffwechselzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg Schulungen zum Neugeborenen-Hörscreening an.

Die Rate an Entlassungen mit kontrollbedürftigen Befunden findet sich für datenliefernde Krankenhäuser tagesaktuell im passwort-geschützten SD-Portal unter 2020 / UNHS / Dokumente (oder „Auswertungen“) im Kapitel „2.3 Entlassung mit Kontrollbedürftigkeit“, inkl. Benchmark-Grafik.