Allgemeines zu den Verfahren der DeQS-RL

Mit der DeQS-Richtlinie (seit 2019) und ihrer Vorgängerin der Qesü-RL (bis Ende 2018) hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Grundlagen für eine einrichtungs- und sektorenübergreifende Qualitätssicherung von sowohl ambulant als auch stationär erbrachten Leistungen mit der Möglichkeit der Follow-up-Nachbeobachtung geschaffen.

Ziel der Qualitätssicherung ist es, die Ergebnisqualität zu verbessern, valide und vergleichbare Erkenntnisse über die Versorgungsqualität der Leistungserbringerinnen und Leistungserbringer zu gewinnen und damit die Selbstbestimmung der Patientinnen und Patienten zu stärken.

In den themenspezifischen Bestimmungen der DeQS-RL werden die einzelnen vom G-BA ausgewählten Verfahren mit ihren Zielen und der Art und Weise der Durchführung (Datenfluss, Fristen, Dokumentationsspezifikationen, Datenauswertung, Berichterstattung etc.) festgelegt.

Auf der Ebene der Bundesländer oder auch Bundesländerübergreifend sollen Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) gegründet werden. Träger der LAG sind die jeweilige(n) Kassenärztlichen Vereinigung(en) (KV), Kassenzahnärztlichen Vereinigung(en) (KZV), Landeskrankenhausgesellschaft (LKG) und die Verbände der Krankenkassen einschließlich Ersatzkassen (GKV).

Die LAG trifft ihre Entscheidungen über einen Fachbeirat. In Baden-Württemberg übernimmt die QiG BW GmbH die Aufgaben der Geschäftsstelle der LAG. Zur Durchführung ihrer Aufgaben richtet die LAG Fachkommissionen mit Experten aus dem ambulanten und stationären Bereich ein. Die Fachkommissionen sollen die Bewertung der Auswertungen übernehmen und empfehlen, ob und wie ein Stellungnahmeverfahren (schriftliche Stellungnahme, Gespräch, Begehung) eingeleitet werden soll. Darüber hinaus setzen die Fachkommissionen ggf. beschlossene Maßnahmen (z. B. Fortbildungen, Audits, Qualitätszirkel, Peer Reviews, Leitlinien, Behandlungspfade) um.

Als erstes Verfahren startete das Verfahren "Perkutane Koronarintervention (PCI) und Koronarangiographie (QS PCI)" zum 01.01.2016. Ein Jahr später wurde das Verfahren "Vermeidung nosokomialer Infektionen – postoperative Wundinfektionen (QS WI)" verpflichtend eingeführt. Zum 01.01.2019 hat die DeQS-RL die Qesü-RL abgelöst und die bereits etablierten Verfahren "QS-PCI" und "QS-WI" wurden in die DeQS-RL überführt. Gleichzeitig wurde das Qualitätssicherungsverfahren "Cholezystektomie (QS CHE)“ eingeführt.

Zum Verfahrensjahr 2020 gingen die Verfahren "Nierenersatztherapie bei chronischem Nierenversagen einschließlich Pankreastransplantationen (QS NET)“, "Transplantationsmedizin (QS TX)“ sowie "Koronarchirurgie und Eingriffe an Herzklappen (QS KCHK)“ an den Start.